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04.September 2008: Impfen Drastischen Folgen von Masern, Röteln, Mumps und Grippe
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Impfen schützt und kann Leben retten - Steigende Impfmüdigkeit - Informationskampagne klärt auf
Die Masernausbrüche in den vergangenen zwei Jahren haben es gezeigt: Die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung nimmt immer mehr zu. Eine gefährliche Entwicklung, die das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit den Apothekern des Landes stoppen will.
Mit Hilfe einer großangelegten Informationskampagne sollen die Menschen über das wichtige Thema Impfen aufgeklärt werden. "In den Apotheken in Nordrhein liegen Broschüren aus, in denen häufig gestellte Fragen zum Thema Impfen beantwortet werden", erklärt Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein.
Den ganzen September über machen Plakate auf die Impfkampagne aufmerksam. Sie weisen auf die Gefahren des Nicht-Impfens hin und rufen zur Vorsorge auf. Thematisiert werden die möglichen drastischen Folgen von Masern, Röteln, Mumps und Grippe. "Viele Menschen unterschätzen die Gefahr von Infektionskrankheiten und lassen sich nicht dagegen impfen. Ein aktuelles Beispiel ist die Grippe-Impfung. Gerade jetzt, im September, wenn der aktuelle Impfstoff produziert wird, ist der beste Zeitpunkt zu einer Grippeschutz-Impfung." Stattdessen verunsichern Impfgegner die Menschen mit falschen Darstellungen über vermeintliche Nebenwirkungen von Impfstoffen. Die Folge: Zahlreiche Erwachsene verzichten auf Nachimpfungen, viele Kinder werden nicht mehr ausreichend geimpft. Allein bei der Grippe geht das Robert-Koch-Institut von jährlich 5.000 bis 15.000 Todesfällen in Deutschland aus.
Ausführliche Impfberatung in den Apotheken
"Eine besorgniserregende Entwicklung", so Katzenbach, „denn nur durch ein breit angelegtes Impfprogramm konnten gefährliche Krankheiten wie Diphtherie oder Tuberkulose in Westeuropa, die Pockenkrankheit weltweit, gänzlich ausgerottet werden." Nimmt die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung weiter zu, können sich solche Krankheiten schnell wieder ausbreiten. Da in Deutschland keine Impfpflicht besteht, kann jeder selbst entscheiden, ob er sich oder sein Kind impfen lässt. Doch nur wenn möglichst viele Menschen geimpft sind, können gefährliche Krankheiten wirklich ausgerottet werden. "Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen der Medizin", so der Pressesprecher. Die modernen Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich und werden häufig von der Krankenkasse bezahlt. Was viele nicht wissen: Wer zum Arzt geht, um sich impfen zu lassen, muss keine Praxisgebühr zahlen. Impfungen sind Vorsorgeleistungen und daher von dieser Gebühr befreit. Ausführliche Impfberatungen werden in allen Apotheken in Nordrhein angeboten. Hier erfährt man auch, welche Impfungen zum Beispiel bei Auslandsreisen empfehlenswert sind.
Aktuelle Empfehlungen der STIKO (Auszüge)
- 1. Lebensjahr: Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Tetanus, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B und Poliomyelitis (Sechsfach-Impfung) sowie Pneumokokken.
- 2. Lebensjahr: Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Windpocken) sowie Meningokokken.
- Erwachsene über 60 Jahre sollten sich möglichst jährlich gegen Influenza (Grippe) impfen lassen und im Intervall von fünf Jahren gegen Pneumokokken.
- Für alle Erwachsenen wird eine FSME-Impfung alle fünf Jahre empfohlen, über 60-Jährige sollten den Impfabstand auf drei Jahre verkürzen. Zu einer Tetanus-Impfung wird alle zehn Jahre geraten.
Pressestelle Apothekerverband Nordrhein e.V
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