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Datum: 01.Juli 2005 Thema: Ernährung Anfang April veröffentlichte die Wissenschaftszeitschrift "The Lancet" einen Beitrag mit dem Titel „Lupin flour anaphylaxis“ („Überempfindlichkeit gegen Lupinenmehl“). Noch am selben Tag brachte die BBC auf ihrer Website einen Beitrag mit dem Titel „Lupin flour ‚poses allergy risk’“ heraus. Seither herrscht jedoch Todesstille im medizinisch-wissenschaftlichen Blätterwald. Anlass für den Beitrag in "The Lancet" war der Fall einer Frau, die nach dem Verzehr von Zwiebelringen einen schweren anaphylaktischen Schock erlitten hatte. Später kam heraus, dass in dem Teig der Zwiebelringe Lupinenmehl enthalten war. Während des Essens hatte der Mund der Frau angefangen zu jucken, ihre Lippen und ihre Zunge waren geschwollen. Fünf Minuten später hatte sie bereits Atemnot, ihre Kehle war zugeschwollen und sie fühlte sich sehr schwach. Die herbeigerufenen Sanitäter diagnostizierten einen anaphylaktischen Schock und verabreichten ihr intramuskulär Adrenalin. Da sich ihr Zustand dennoch rapide weiter verschlechterte, wurde sie ins Krankenhaus gebracht und auf dem Weg dorthin mit Sauerstoff und zwei weiteren Dosen Adrenalin versorgt. Im Krankenhaus wurden ihr dann intravenös Flüssigkeit, Hydrokortison und Chlorpheniramin verabreicht. Letztlich erholte sich die Frau vollständig und ohne weitere Komplikationen. Wie dem Beitrag in The Lancet weiter zu entnehmen ist, war dies nicht der erste registrierte Fall einer schweren allergischen Reaktion gegen Lupinen. Bereits im Jahr 1994 hatte in Frankreich ein fünfjähriges Mädchen, das unter einer diagnostizierten Erdnussallergie litt, Nesselfieber sowie ein Angioödem entwickelt, nachdem es mit Lupinenmehl angereicherte Spaghetti verzehrt hatte. Unter einer Lupinenmehlallergie, so heißt es weiter, leiden zumeist Patienten, die auch auf Hülsenfrüchte, insbesondere auf Erdnüsse, Soja und Erbsen allergisch reagieren. Es gibt viele Hinweise darauf, dass Menschen mit einer Erdnussallergie bereits bei der ersten Aufnahme von Lupinenmehl einen anaphylaktischen Schock erleiden können. Meinem begrenzten Wissen nach ist eine anaphylaktische Reaktion beim ersten Kontakt bisher nur bei Traubenkraut-Allergikern aufgetreten, wenn diese Echinacea purpurea (Purpursonnenhut) einnahmen.4 Echinacea gehört zur Familie der Traubenkrautpflanzen. Die Daten weisen darauf hin, dass Kreuzreaktionen zwischen Echinacea und anderen natürlichen Allergenen bei Menschen, die noch nicht mit Echinacea in Kontakt waren, zum Auftreten von allergischen Reaktionen führen können. Wie im Falle der Lupinen scheint diese Reaktion jedoch auf keinerlei öffentliches Interesse zu stoßen, obwohl das Produkt weit verbreitet ist und häufig verwendet wird, insbesondere von Patienten, die alternative Heilmittel modernen Pharmazeutika vorziehen. ... 4 Raymond Mullins, Robert Heddle: „Adverse Reactions Associated with Echinacea: The Australian Experiment”, Annals of Allergy, Astma & Immunology, 88(1), 42, 51, 01/02. Dieser Abstract wurde uns freundlicherweise vom NOVO-Magazin zur Verfügung gestellt. Den vollständigen Artikel von Thomas R. DeGregori können Sie hier herunterladen - und in Kürze auf der WebSite des NOVO-Magazins lesen. Ausser diesem Artikel sind im neuen NOVO-Magazin noch sehr viel mehr hochinteressante Beiträge zu lesen! |